Löweneckschule - Augsburg

Löweneckschule - Augsburg Grundschule und Mittelschule

Historischer Rückblick

Im Jahre 1870 wurde in dem Vorstadtbezirk Hettenbach eine eigene Schule errichtet, die St. Josephsschule, auch „Schule links der Wertach“ (alt) oder später „Schule an der Schönspergerstraße“ Festschrift-9
genannt. Sie war für die Kinder des Hettenbachs und der Umgebung, speziell auch für die protestantischen Schüler Oberhausens bestimmt. So umfasste sie ursprünglich eine katholische und eine protestantische Klasse mit je einem 1. und einem 2. Schülerjahrgang ohne Trennung der Geschlechter, ein Jahr später auch eine 3. und eine 4. Klasse. Als 1873 aus der Vorstadt links der Wertach ein eigener Schulbezirk gebildet wurde, erfolgte die Umwandlung in eine nach dem Einkurssystem organisierte, konfessionell gemischte Schule, sog. Gemeinschaftsschule. Durch die zunehmende Industrialisierung war aber in den folgenden Jahren ein Schulneubau dringend erforderlich. Einzelne Klassen mussten bereits in die Innenstadt ausgelagert werden. 1879 wurde deshalb die neu erbaute Volksschule rechts der Wertach, die spätere Ludwig-Bauer-Schule, ihrer Bestimmung übergeben.

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 Ludwig Bauer der erste Stadtschulrat in Augsburg


                                                                                                            


Aus dem Schülerverzeichnis des Jahres 1890

Festschrift-10Um das Jahr 1900 stieg die Schülerzahl sprunghaft an. Für die Schüler des Schulbezirks links der Wertach wurden zusätzlich Räume im protestantischen Bethaus an der Ulmer Straße gemietet. Ein Schulhausneubau im Schulbezirk links der Wertach war unumgänglich. Als Schulgrundstück konnte das Trambahn- Depot der Augsburger Elektrischen Straßenbahn-Gesellschaft, das damals zwischen der Äußeren Uferstraße und der Flurstraße lag, erworben werden. Der Schulbau erfolgte ab Herbst 1904 in mehreren Abschnitten; begonnen wurde er im östlichen Teil an der Äußeren Uferstraße. Bei der ersten Belegung am 18.9.1905 konnten bereits 6 Volksschulklassen in das neue Schulhaus an der Flurstraße, damals Schillerschule genannt, einziehen. Am 1.9.1907 wurden weitere 15 Säle ihrer Bestimmung übergeben. Ab 23.11.1911 verfügte die Schule über 36 Klassenzimmer, 4 Zeichensäle, einen Physik- und Chemiesaal, einen Modellier- Hobel-, Papp- und Metallarbeitsraum, eine Knaben- und eine Mädchenturnhalle, einen Lichtbildsaal, eine Schulküche, einen Schulspeiseraum, ein Schulbrausebad, ein schulärztliches Untersuchungszimmer, ein Elternberatungszimmer, eine Hausmeisterwohnung, 2 Schulleiter-und 2 Lehrerzimmer. 950 Volksschüler wurden von 30 Klassenlehrern unterrichtet. Seit 1911 erstreckt sich das Schulhaus wie
heute unmittelbar von der Äußeren Uferstraße bis zur Flurstraße. 

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 Schulküche                                                       

Festschrift-13Phisiksaal 
                                                                                                                                               


Ostansicht im Jahre 1911 Festschrift-12
Die Schillerschule nahm auch die aus der 7. Klasse Werktagsschule entlassenen Fortbildungspflichtigen Oberhausens auf. Diese Jugendlichen wurden in 3 Jahrgängen von Volksschullehrkräften an Sonn- und Feiertagen nach der Hl. Messe meist von 10 bis 12 Uhr unterrichtet. Das Stoffgebiet war für die verschiedenen Berufsgruppen einheitlich ausgerichtet. Die Sonntagsschule wurde 1911 auf Anregung der königlichen Stadtschulkommission ohne Zustimmung der Handwerksmeister von der .Mittwochsschule. abgelöst. Nun erhielten die Mädchen des 8., 9. und 10. Schuljahres am volksschulfreien Mittwochnachmittag Unterricht. Die männlichen Jugendlichen erfuhren ihre Weiterbildung am Samstagvormittag in der Handwerkerschule. Während des 1. Weltkriegs und bis Schuljahresbeginn 1919/ 20 dienten die Schillerschule und die .Schule links der Wertach. alt als Lazarette. Der Schulbetrieb musste eingeschränkt werden. 1920 erfolgte die Umbenennung der Schillerschule in .Schule an der Flurstraße. wegen der älteren, inzwischen eingemeindeten Schillerschule in Lechhausen. Ab 1932 schließlich hieß das Gebäude zur Erinnerung an den damals scheidenden Augsburger Oberstadtschulrat Dr. Maximilian Löweneck "Löweneckschule". Festschrift-15


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Bei einem Luftangriff im Februar 1944 widerfuhr dem Schulhaus ein Bombenschaden im Ostflügel. Im Januar 1945 zerstörte eine bis zum Keller durchschlagende Bombe den Mittelbau. Im angeblichen Luftschutzkeller der Schule fielen den Bomben Schutz suchende Menschen zum Opfer. Schließlich wurde der gesamte Schulbau an der Flurstraße stark in Mitleidenschaft gezogen. Sofort nach Kriegsende begannen entlassene Lehrer mit dem Wiederaufbau der Löweneckschule. Schon bald konnte ein provisorischer Unterrichtsbetrieb stattfinden. Dies war insbesondere einem Lehrerteam, dem Bautrupp des Adalbert Donderer, zu verdanken, der selbst am Wiederaufbau Hand anlegte. Die völlig ausgebombte Ludwig-Bauer-Schule erhielt 1946 als selbständige Volksschule den Ostflügel der Löweneck- Schule. Im Schuljahr 1948/49 besuchten 1900 Volksschüler das Löweneck-Schulhaus. Sie waren aufgeteilt in fünf Gemeinschaftsschulen mit je einer Schulleitung: Löweneck-Schule, Ludwig-Bauer- Schule und die Hilfsschule Oberhausen-Bärenkeller, ab 1964 Martin-Schule genannt. Nach 5 Jahren war die Aufbauarbeit vollendet. Lehrer, Schüler und Gäste feierten 1950 ausgiebig den Wiederaufbau des ganzen Schulhauses zusammen mit Stadtschulrat Dr. Eduard Nübling. 1966 kaufte die Stadt im südlichen Teil zusätzliches Schulgelände zur Erweiterung des Pausenhofes. Anlässlich der Neuorganisation des bayerischen Schulwesens im Jahre 1969 erhielt die Volksschule an der Flurstraße die Grundschule und Teilhauptschule I. Festschrift-19


Ihr Einzugsgebiet reichte im Norden bis zur Stadtgrenze nach Gersthofen hin und im Süden bis zur Wertachstraße. Es war ferner im Osten begrenzt von der Heinrich-von Buz-Straße und im Westen von der Donauwörther Straße. Das Kollegium der Volksschule an der Flurstraße führte mehrere Schulversuche und pädagogische Vorhaben durch. So erprobte es schon ab 1908 unter Oberstadtschulrat Dr. Löweneck erfolgreich den Handarbeitsunterricht nicht nur für Mädchen, sondern auch für Knaben. Handarbeit für Knaben war bis 1969 eine städtische Einrichtung und bot an Mittwochnachmittagen Gelegenheit zu Papp- Festschrift-17
und Hobelkursen mit Holz als Ausgangsmaterial, auch etliche Metallkurse mit Buntmetall, Eisen und Blech. Es lief auch ein Elektrokurs. Die Knaben der Oberstufe lernten Handfertigkeiten wie Feilen, Sägen, kurz den Umgang mit Werkzeug und Material. Unter der maßgeblichen Anleitung von Oberschulrat Eugen Kesel fand ab 1928 die Entwicklung des Physik- und Chemieunterrichts an der Volksschule Flurstraße eine Ausweitung. Ab 1956 bewährte sich die Einführung der 3-jährigen Aufbauklassen, die der Volksschule angegliedert waren und begabten Augsburger Schülern das Erlangen der Mittleren Reife ermöglichten. Statt dieser Aufbauklassen zog 1963 an der Löweneck-Schule eine staatliche Mittelschule, bzw. spätere Realschule ein. Die Reischlesche Handelsund Wirtschaftsschule löste 1965 diese Klassen ab und blieb bis 1977 ebenfalls im Schulhaus an der Flurstraße. Ab 1979 lief an der Löweneck- Schule der .Schulversuch mit differenzierten Grundschulen in Bayern.. Rektor Leo Mader schuf dafür mit einem besonders ausgestatteten Raum die Voraussetzung. Ein Sonderschullehrer, der ganzjährig der Schule zugeteilt war, stützte und förderte in enger Zusammenarbeit mit den Volksschullehrern verhaltensauffällige Grundschüler mit zeitlich begrenzten Start-, Übergangs- und Lernschwierigkeiten. Mittels Kontrollgruppen wurden Unterrichtsverfahren und Organisationsformen untersucht, auch statistisch erfasst, um Leistungsdefizite abzubauen. Festschrift-18
Wenn jedoch die Einweisung in eine Sondervolksschule unvermeidbar war, erfolgte die Zuführung dorthin. Seit 1980 erteilten zwei Lehrkräfte der Schule für 19 ausländische Volksschullehrer Unterricht in Deutsch als Fremdsprache. Für den Fremdsprachenunterricht stand seit dem Jahre 1978 ein Sprachlabor zur Verfügung. In jüngster Zeit spielten die Schüler der Löweneckschule an der Flurstraße Theater oder lebende Bilder, z. B. aus der Gründerzeit Augsburgs mit Kaiser Augustus. Sie engagierten sich 1979, 1980 und 1981 auch für karitative Aktionen, zweimal mit einem Weihnachtsbazar unter Beteiligung der gesamten Schule, auch durch klassenweise Advents- oder Weihnachtsfeiern mit Spenden der Schülereltern für Erdbebenopfer in Italien u.ä. Höhepunkte des Schullebens waren 1980 z.B. Busfahrten mit Hauptschulklassen zur Tutanchamun-Ausstellung im Haus der Kunst und zum Deutschen Museum in München. Vor Weihnachten besuchten Grundschulklassen das Stadttheater Augsburg. Lehrer der Hauptschule pflegten insbesondere den Tischtennissport. Sie veranstalteten Wettbewerbe auch mit anderen Schulen. Es gab hierbei Urkunden und einen Pokal zu gewinnen.
Im Schuljahr 1982/83 begann die General-Sanierung des gesamten Schulgebäudes.
Augsburg, den 1. Januar 1984 (Aus der Kurzchronik von Annemarie Gradl, 1984)
                                                    Programm zur Wiedereinweihung der Löweneckschule im Jahre 1950


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Ansichten der Löweneck - Volksschule von der OstseiteFestschrift-24

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